Alleskönner unter den Werkstoffen: Thomas Granzer über unsere Metallverbunde.

Die eierlegende Wollmilchsau. Gibt es sie doch? Unter allen Werkstoffen kommen ihr Verbundwerkstoffe zumindest am nächsten. Über Verbundwerkstoffe aus Refraktärmetallen und ihre Vorteile berichtete Thomas Granzer beim 4. Dresdner Werkstoffsymposium 2013.

Verbundwerkstoffe vereinen Eigenschaften oft ganz unterschiedlicher Materialien. Dieses interessante Profil macht die Werkstoffe für viele Industrien unverzichtbar. Als Werkstoffexperte hat auch Plansee im Bereich Verbundwerkstoffe einiges zu bieten: Immerhin haben sich ganze drei Produktionsstandorte ganz auf Verbundwerkstoffe aus Refraktärmetallen spezialisiert: Plansee Composite Materials in Deutschland, Plansee Tungsten Alloys in Frankreich und Plansee Powertech in der Schweiz.

Thomas Granzer ist Entwicklungsleiter für Verbundwerkstoffe bei Plansee. In einem Vortrag beim Dresdner Werkstoffsymposium im November 2013 berichtete er über die Vorteile von Refraktärmetallverbunden bei verschiedenen industriellen Anwendungen. Das Erfolgsrezept auf den Punkt gebracht: Diese Werkstoffe kombinieren die herausragenden Eigenschaften von Refraktärmetallen (= hochschmelzende Metalle) auf der einen Seite und die Eigenschaften anderer „Legierungselemente“ wie Kupfer, Eisen oder Nickel auf der anderen Seite.

Refraktärmetalle wie Wolfram haben einen enorm hohen Schmelzpunkt, einen niedrigen Wärmeausdehnungskoeffizienten und eine gute Korrosionsbeständigkeit und Abschirmwirkung. Bei Raumtemperatur sind sie allerdings spröde und nur schwer mechanisch zu bearbeiten. Nicht umsonst bedeutet das lateinische Wort „Refractarius“ widerspenstig. „Genau deshalb fertigen wir Metallverbunde. Nehmen wir als Beispiel Densimet® – unser Wolframschwermetall. Es vereint die Eigenschaften von Wolfram und wird durch Nickel und Eisen leichter bearbeitbar“, so Thomas Granzer. „Oder Wolfram-Kupfer-Elektroden für das Widerstandsschweißen: Wolfram sorgt für die nötige Hitzebeständigkeit, während Kupfer mit seiner elektrischen und thermischen Leitfähigkeit punktet“, so Granzer weiter.

Plansee fertigt seine Verbundwerkstoffe durch unterschiedliche Verfahren: Hintergießen, Flüssigphasensintern oder Infiltrieren. Bei Plansee entstehen mit diesen Verfahren etwa Plasmaspritzelektroden, Widerstandsschweißelektroden, Stehanoden für Röntgenröhren, Schaltkontakte für Hochspannungsnetze oder Abschirmungen gegen Röntgen- und Gammastrahlung. Denn so außergewöhnlich die Materialeigenschaften der Plansee-Verbundwerkstoffe sind, so vielfältig sind auch ihre Anwendungsgebiete.

Wer das Dresdner Werkstoffsymposium verpasst hat, erfährt auf plansee.com mehr über unsere Verbundwerkstoffe und ihre Einsatzgebiete.