Biegsam, schärfer, effizienter - Trends der intern. Displayindustrie

Führende Experten und Wissenschaftler zu Gast in Tirol: Zum zweitägigen Forum der Arbeitsgemeinschaft DFF (Deutsches Flachdisplay-Forum), trafen sich rund 32 Teilnehmer heuer bei Plansee in Reutte. Diskutiert wurden dabei die aktuellen Herausforderungen und Trends in der internationalen Displayindustrie.

 Die Teilnehmer des Dt. Flachdisplayforums im Juli 2019 bei Plansee

Mehrmals im Jahr lädt der DFF, ein industriegeführter Interessenverband der Flachdisplaybranche, zum fachlichen Austausch ein. Beim letzten Treffen, vom 23. bis 24. Juli 2019, fungierte die Firma Plansee als Gastgeber. Inhalt des Netzwerktreffens war ein unabhängiger Informationsaustausch mit dem Ziel, neue Geschäftschancen in allen Flachdisplay-Technologie- und Anwendungsfeldern zu bewerten, zu erschließen und letztendlich dadurch die europäische Displayindustrie zu stärken.

„Als ein Unternehmen, das seine Produkte in Tirol entwickelt und produziert, aber zu Displayherstellern nach China, Taiwan, Südkorea und Japan liefert, ist der Austausch und die Diskussion mit anderen Zulieferern und Anwendern von Flachbildschirmen von großer Bedeutung, um mit der rasanten technischen Entwicklung Schritt zu halten“, betont Dr. Jörg Winkler, Leiter der Produktentwicklung der Plansee Business Unit Electronics.

Besonderer Schwerpunkt des diesmaligen Treffens war der Bereich der MikroLED Displays, eine neuartige Flachbildschirmtechnologie auf Basis von Leuchtdioden (LEDs). Hierbei bilden Anordnungen mikroskopisch kleiner LEDs die einzelnen Bildpunkte (Pixel). Gegenüber den konventionellen Flüssigkristalldisplays (LCDs) bieten MikroLED-Displays, neben einer schnelleren Reaktionszeit, deutlich höhere Kontraste und eine bessere Farbwiedergabe bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch. Jedoch stehen einem kommerziellen Einsatz der Technologie noch zahlreiche Problematiken gegenüber. Wie in den verschiedenen Fachvorträgen zu hören war, stellt insbesondere der Fertigungsprozess, dessen Kosten und Ausbeute, aktuell eine große Herausforderung dar, da Millionen von einzelnen LED Chips mit hoher Genauigkeit auf dem Bildschirm platziert werden müssen. Jeder einzelne Leuchtchip besitzt dabei nur eine Größe von einigen Mikrometern, ist also nicht größer wie ein einzelnes Staubkorn. Darüber hinaus wurden mögliche Strategien zur Reduktion bzw. Reparatur von fehlerhaften Pixeln diskutiert sowie aktuelle Problematiken wie beispielsweise eine stark nachlassende Lichtausbeute bei kleiner werdenden LED-Chipflächen. Inwiefern optisch hochabsorbierende, oder auch korrosionsbeständige Werkstoffe von Plansee hierbei Lösungen bieten können, zeigte Dr. Harald Köstenbauer, Leiter des Plansee Sputtertarget-Beschichtungslabors, anhand mehrerer Beispiele auf. Des Weiteren arbeiten die Plansee-Entwickler derzeit intensiv an Lösungen für biegsame Displays, welche zum Beispiel auf gewölbte Oberflächen aufgebracht werden können, oder auch an neuartigen dünnen Schichten zur Verbesserung des Kontrastverhältnisses von Fernsehern. Die Produktion solcher neuartigen Flachbildschirme, sowie der Trend zum ultra-hochaufgelösten Fernsehen in 8K-Qualität, wird der Expertenkreis des DFF bei seinen künftigen Netzwerktreffen weiter vertiefen. 

Über das DFF:
Ursprünglich als Verein mit deutschen Wurzeln gegründet, ist das Deutsche Flachdisplay-Forum,  DFF e.V., heute eine unabhängige wachsende internationale Organisation von Unternehmen und Institutionen aus aller Welt, die alle Teile der Wertschöpfungskette von Flat Panel Displays (FPD) repräsentieren. Sie bietet ihren Mitgliedern eine einzigartige Netzwerkplattform führender internationaler Unternehmen, die die FPD-Branche vorantreiben und ist somit eine exzellente Informationsquelle für alle FPD-Marktteilnehmer. Gegenwärtig hat der Verein nahezu 100 Mitglieder, die aus folgenden Bereichen kommen: Materialhersteller und -zulieferer, Hersteller von Fertigungs- und Prozessausrüstungen, Hersteller von Flachbildschirmen und Modulen, Systemintegratoren und Verteiler, Endverbraucher von Flachbildschirmen, Forschungsinstitute und Universitäten. Weitere Informationen unter www.displayforum.de