Umsatz steigt um 46 Prozent: Plansee-Gruppe mit neuen Rekordzahlen

Die Plansee-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 1,24 Milliarden Euro erzielt. „Schneller als erwartet haben wir den von der Fi-nanzkrise ausgelösten Geschäftseinbruch überwunden und das Geschäftsjahr 2010/11 überaus erfolgreich abgeschlossen – sowohl aus strategischer wie auch aus operativer Sicht“, sagte Dr. Michael Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Plansee-Gruppe bei der Bilanzpressekonferenz in Reutte.

Der konsolidierte Umsatz der Gruppe stieg im abgelau-fenen Geschäftsjahr (Stichtag 28. Februar 2011) um 46 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Damit lag der Umsatz um 13 Prozent über dem Vorkrisenniveau des Geschäftsjahres 2008/2009. „Alle vier Unternehmensbereiche haben sich sehr zufriedenstellend entwickelt“, analysierte Schwarzkopf den operativen Erfolg. Die Anzahl der Beschäftigten stieg von 6.000 auf 6.730 Mitarbeiter.
In Europa wurden 50 Prozent des Umsatzes erzielt, gefolgt von Amerika mit 31 Prozent und Asien mit 19 Prozent. Die USA waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder der größte Absatzmarkt der Gruppe, gefolgt von Deutschland und Japan.
Deutlich mehr als die Hälfte des Gruppenumsatzes entfielen auf die drei größten Absatzbranchen Automobil, Maschinenbau und Unterhaltungselektronik.

Eine Milliarde in zehn Jahren investiert
Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag das Investitionsvo-lumen der Plansee-Gruppe bei 62 Millionen Euro, 29 Millionen Euro wurden für Innovationen aufgewendet. Insgesamt hat die Gruppe in den vergangenen zehn Jahren eine Milliarde Euro oder jährlich durchschnittlich elf Prozent des Umsatzes in neue Produktionsanlagen, Technologien, Prozesse und Neuprodukte investiert.

„Mit unserer klaren Marktpositionierung, dem Fokus auf neue Produkte und die nachhaltige Investitionspolitik legen wir die Basis für zukünftiges Wachstum“, betonte Schwarzkopf. So wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr eine erste Produktionslinie für Komponenten für Hochtemperatur-Brennstoffzellen in Towanda / Pennsylvania aufgebaut. Ein weiterer Wachstumsmotor sei der Boom in der LED-Industrie. „Damit sollte es uns gelingen, den Anteil neuer Produkte am Umsatz von derzeit 30 Prozent weiter zu steigern“, so Schwarzkopf.

Expansion in Asien und Beteiligung an Molymet
Mit dem Ausbau der Präsenz in China und Indien sowie mit der weiteren Verbesserung der langfristigen Rohstoffversorgung hat sich die Plansee-Gruppe laut Schwarzkopf auch strategisch gut weiterentwickelt.
Nach dem erfolgreichen Aufbau einer Fertigung für Automobilkomponenten in Shanghai im Vorjahr beteiligte sich der Unternehmensbereich Ceratizit im Oktober 2010 zu 50 Prozent an CB Carbide mit Sitz in Taiwan. CB Carbide ist einer der führenden Anbieter von Hartmetallprodukten in Südostasien und beschäftigt an sieben Produktionsstandorten in China und Taiwan mehr als 1.600 Mitarbeiter. Mit diesem Schritt festigt Ceratizit seine weltweite Marktposition für Hartmetalle für Verschleißanwendungen.

Im Dezember 2010 unterzeichnete der Unternehmensbereich Plansee Hochleistungswerkstoffe eine Mehrheitsbeteiligung am indischen Privatunternehmen Wolfra-Tech mit Sitz in Mysore. Wolfra-Tech beschäftigt 180 Mitarbeiter. Damit fasst Plansee HLW nun auch mit einer eigenen Produktion Fuß in Indien – ein Markt von wachsender strategischer Bedeutung für Plansee.

Weitere Expansionsschritte in Asien sind laut Schwarzkopf geplant. So ist der Produktionsstart für die Fertigung von Produkten für den Unternehmensbereich Plansee Hochleistungswerkstoffe im Großraum Shanghai für 2012 vorgesehen.
Kurz nach Geschäftsjahresende hat sich die Plansee-Gruppe mit zehn Prozent am weltweit größten Molybdänerz-Verarbeiter Molibdenos y Metales (Molymet) mit Sitz in Santiago de Chile beteiligt. Molymet ist seit 1983 an der Börse in Santiago notiert. Mit einem Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar beschäftigt das Unternehmen an sechs Produktionsstandorten weltweit 1.400 Mitarbeiter. „Mit der Beteiligung an Molymet und der Akquisition von Global Tungsten & Powders (GTP) im Jahr 2008 hat die Plansee-Gruppe die Versorgungssicherheit seiner zwei Hauptrohstoffe Molybdän und Wolfram entscheidend verbessert“, so Schwarzkopf.

Verkauf des Unternehmensbereichs PMG geplant
Die Plansee-Gruppe hat sich entschieden, den Unternehmensbereich PMG zu veräußern. „Wir konzentrieren uns künftig auf die globale Entwicklung von Molybdän und Wolfram und wollen hier alle Wertschöpfungsstufen abdecken. Das heißt: Wir fangen bei der Verarbeitung des Erzes an und bieten Pulver, Halbzeug oder umfangreich bearbeitete, einbaufertige Komponenten, ganz nach Kundenwunsch“, so Schwarzkopf. Eine Investmentbank wurde mit der Suche eines neuen Eigentümers für PMG beauftragt.

Ausblick
Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2011/12 hält die starke Nachfrage weiterhin an. Vereinzelt sieht Schwarzkopf eine Überhitzung der Marktlage und der Rohstoffpreise. Das Erdbeben und seine Folgen in Japan hatten dagegen bislang nur marginale Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der Gruppe. In seiner Gesamtbeurteilung bleibt Schwarzkopf vorsichtig, da die kritische Situation der Staatshaushalte und der globalen Finanzmärkte unverändert sei und damit weitere Geschäftsrückschläge jederzeit möglich sind. Insgesamt erwartet die Plansee-Gruppe für das laufende Geschäftsjahr ein schwächeres Wachstum als im Vorjahr. Für potentielle Rückschläge sei die Gruppe gut gerüstet. „Wir haben aus der Krise viel gelernt. Kostenflexibilität wird weiterhin groß geschrieben“, so Schwarzkopf. Finanziell ist die Plansee-Gruppe nicht zuletzt durch das Rekordjahr 2010/11 für weitere Expansions- und Akquisitionsvorhaben gerüstet. Weiterhin investieren wolle man in den kommenden Jahren in die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Standorte, in die globale Expansion in den Kernarbeitsgebieten und in die Rohstoffabsicherung, kündigte Schwarzkopf an.

Über die Plansee-Gruppe
Die Plansee-Gruppe steht für Spitzenleistungen in der Pulvermetallurgie und ist einer der weltweit führenden Hersteller von pulvermetallurgischen Produkten und Komponenten.
Die Plansee-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2010/11 mit 6.730 Mitarbeitern einen konsolidierten Umsatz von 1,24 Milliarden Euro.
Das Geschäftsjahr endet mit dem letzten Februartag.