Zweitbestes Geschäftsjahr. Plansee-Gruppe setzt weiter auf Expansion.

Trotz Konjunkturflaute will die Plansee-Gruppe weiter expandieren. Gleichzeitig will das Unternehmen noch produktiver und innovativer werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 28.2.2013) erwirtschaftete die Plansee-Gruppe einen Umsatz von 1,23 Milliarden Euro (Vorjahr 1,52 Milliarden Euro). Damit nahm der konsolidierte Gruppenumsatz um 19 Prozent ab. Hauptgrund dafür war der Verkauf des Unternehmensbereichs PMG Ende des Jahres 2011 (Jahresumsatz 200 Millionen Euro). Außerdem machten sich das vorsichtige Bestellverhalten der Kunden sowie sinkende Rohstoffpreise bei den Verkaufserlösen bemerkbar.

„Angesichts der Tatsache, dass wir weltweit in einem von Verunsicherung geprägten Marktumfeld agieren mussten und nur wenige Impulse vom bisherigen Konjunkturmotor China kamen, sind wir sehr zufrieden. Aus finanzieller Sicht war 2012/13 sogar unser zweitbestes Geschäftsjahr“, sagte Dr. Michael Schwarzkopf, Vorstandsvorsitzender der Plansee-Gruppe bei der Bilanzpressekonferenz in Reutte.

Der außereuropäische Umsatz der Plansee-Gruppe lag wie im Vorjahr bei 52 Prozent (Amerika 31 Prozent, Asien 21 Prozent, Europa 48 Prozent). Die Hälfte des Gruppenumsatzes entfiel auf die Absatzbranchen Maschinenbau, Automobil und Unterhaltungselektronik.

Konsequente Ausrichtung auf Molybdän und Wolfram.

Die Plansee-Gruppe hat ihren Anteil am chilenischen Unternehmen Molymet mit einem Jahresumsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar und 1.620 Mitarbeitern schrittweise auf mehr als 14 Prozent gesteigert. Schwarzkopf: „Damit folgen wir der Strategie, uns konsequent auf die beiden Hochtechnologie-Werkstoffe Molybdän und Wolfram auszurichten.“ Molymet ist börsennotiert und der weltweit größte Verarbeiter von Molybdän-Erzkonzentraten mit einem Marktanteil von 30 Prozent. „Molymet hat im abgelaufenen Jahr die Beteiligung am größten westlichen Verarbeiter von Seltenerdmetallen, der US-Firma Molycorp, auf 20 Prozent aufgestockt. Damit steigt der strategische Wert unseres Engage-ments langfristig“, so Dr. Schwarzkopf.

Der Unternehmensbereich Ceratizit erwarb 50 Prozent am deutschen Werkzeughersteller Günther Wirth. Das Unternehmen beschäftigt 400 Mitarbeiter an fünf Produktionsstandorten.

Insgesamt sank die Zahl der Mitarbeiter der Plansee-Gruppe um rund 400 Beschäftigte auf 5.710. Im Zuge der Straffung des weltweiten Produktionsnetzwerks wurden das kalifornische Unternehmen Plansee Thermal Management Solutions in San Diego verkauft und eine Produktionslinie bei GTP in Towanda (USA) geschlossen. In Österreich blieb der Personalstand mit rund 2.100 Personen weitgehend stabil.

Mehr als 180 Millionen Euro investiert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte die Plansee-Gruppe mehr als 180 Millionen Euro. Dazu gehörten Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten in Österreich, Deutschland, den USA, China und Indien sowie die Beteiligungen an Molymet und Günther Wirth. Das neue Produktionswerk von Plansee Hochleistungswerkstoffe in Shanghai wird seine Fertigung im Sommer aufnehmen. Insgesamt 29 Millionen Euro wandte Plansee für Produkt- und Prozessinnovationen auf.

Ertragslage zufriedenstellend.

Trotz des Umsatzrückgangs war das abgelaufene Geschäftsjahr aus finanzieller Perspektive sehr erfolgreich. „Wir haben aus der Finanzkrise gelernt und konnten unsere Finanzziele wiederum erreichen. Mit einem Eigenkapital von rund einer Milliarde Euro (59 Prozent der Bilanzsumme) und einer starken Cashposition (negatives Gearing) haben wir unter Beweis gestellt, dass wir auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unternehmerisch erfolgreich handeln können“, betonte Dr. Schwarzkopf.

Ausblick.

Im laufenden Jahr rechnet die Plansee-Gruppe mit einem stabilen Geschäftsverlauf. „Wir erwarten keine signifikanten Wachstumsimpulse. Dafür ist die Verunsicherung durch die Finanzmärkte und die Staatsschuldenkrise einfach zu groß“, so Dr. Schwarzkopf. Da die Geschäftsplanung in diesem Umfeld immer schwieriger werde, setze die Plansee-Gruppe mehr denn je auf die kontinuierliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, hohe Flexibilität, finanzielle Unabhängigkeit und attraktive Produkte und Dienstleistungen.

Schwarzkopf kündigte an, die weltweite Expansion der Plansee-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 gezielt fortzusetzen. Schwarzkopf: „Das Wachstumspotential in unseren Werkstoffbereichen ist da. Dabei wollen wir vorrangig in Amerika und Asien expandieren. Unternehmenszukäufe und Beteiligungen werden dabei eine wichtige Rolle spielen.“

Über die Plansee-Gruppe.

Mit den Unternehmensbereichen Plansee Hochleistungswerkstoffe, GTP und Ceratizit sowie der Beteiligung an Molymet ist die Plansee-Gruppe eines der weltweit führenden pulvermetallurgischen Industrieunternehmen, das die gesamte Wertschöpfungskette der Werkstoffe Molybdän und Wolfram abdeckt – vom Erz bis zur kundenspezifischen Komponente.